| Eine bedeutende Veränderung an unserer Festung - die neuen Festungsbrücken ! |
Im Spätsommer des Jahr 2010 begannen die Arbeiten zur Wiederherstellung der Festungsbrücke am Ausfalltor der Festung. Diese Brücke, mit Unterstützung des THW errichtet, ermöglicht nun die Rekonstruktion der hölzernen Zugbrückenanlage am Haupttor der Festung.
Auf Stahlträgern liegt der Holzbelag für den neuen Festungszugang. Seit November 2010 ist die Festung über diese neue Brücke zu erreichen.
Im November begannen die Arbeiten am Haupttor der Festung. Wenn Schnee und Eis geschmolzen sind werden die Arbeiten für die Wiederherstellung der alten Zugbrückenanlage am Haupttor weitergehen.
Nachdem die Witterung es zuließ, konnten im März die Arbeiten an der Brücke fortgesetzt werden. Starke Pumpen sorgten für einen Wasserstand, der das Freilegen der alten Brückenreste und den Bau der neuen Fundamente ermöglichte.
Nach der Dokumentation der alten hölzernen Brückenreste durch den baubegleitendem Archäologen wurden die Balken aus dem Graben genommen.
Nach der Bergung wurden die Teile der alten Brückenkonstruktion zur dendrochronologischen Untersuchung gesichert.
Eine Form aus Metall schaffte den Platz für die neuen Betonfundamente der Brücke.
Auf die Brunnenringe kommt ein Betonschwellenbalken, auf dem dann die neuen hölzernen Brückenpfeiler errichtet werden. Die Betonschwellenbalken werden später noch mit Naturstein ummantelt, so dass kein Beton sichtbar bleibt. Für den Schwellenbalken wurde eine Schalung erstellt, die dann mit einem Eisengeflecht versehen und mit Beton gefüllt wurde. Nachdem das erste Fundament für die neue Brücke gegossen war, konnten die Arbeiten für die weiteren Fundamente fortgesetzt werden. Es werden für die neue Brücke fünf Fundamente gebraucht.
Während vor den Toren die Fundamente für die neuen Brückenpfeiler entstehen, begannen auch schon die Sanierungsarbeiten am Mauerwerk des Tores. Im sogenannten Brückenkeller mussten die Gewölbe der Stabilisierungsbögen links und rechts der alten und auch zukünftigen Brückenklappe repariert werden.
Beim Einbau der Versorgungsleitungen für die Festung wurde leider in den dreißiger Jahren auch das Mauerwerk des Eingangstores stark beschädigt. Mit der Rekonstruktion der Zugbrücke können auch diese Schadstellen ausgebessert werden. Auf den beiden Metallgabeln neben der Schadstelle und zwei weiteren Metalllagern am linken und rechten Rand des Tores lag die Welle für die Klappe der Zugbrücke. Eine alte Zeichnung zeigt noch sehr genau die Bauform dieser schmiedeeisernen Welle.
Die originalen Metallteile der Brücke wurden in der Eisengießerei Crull & Co. in Wismar 1858 gegossen.
Die Rollen, über die die Ketten für die Klappe der Zugbrücke liefen, waren im Verlauf der ca. 120 Jahre, die die Brücke nicht bewegt wurde, fest geworden. Der Rost hatte auch den Sandstein der Rollenlager reißen lassen, so dass die Rollen zunächst ausgebaut und wieder gangbar gemacht werden müssen, damit sie dann wieder für das Bewegen der Brücke eingesetzt werden können.
Zwei Zeichnungen aus dem Jahr 1865 zeigen die Holzkonstruktion der Brückenjoche und eine Seitenansicht zur Zugbrücke am Festungstor mit dem darunter befindlichen Brückenkeller. Ein maßstabgetreues Modell in der Ausstellung des Museums zeigt die historische Festungsbrücke. Gibt aber auch eine Vorstellung des zukünftigen Festungseinganges mit der neuen Brückenanlage.
Vor den Toren konnten in den letzten Tagen zwei weitere Fundamente für die Brückenpfeiler in die Grabensohle eingebracht werden.
Am 4. April begannen die Arbeiten für die hölzerne Brückenkonstruktion. Der erste Brückenbalken wurde im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung durch den Landwirtschaftsminister Herrn Till Backhaus auf einem mobilen Gatter unmittelbar vor der Festung zurechtgesägt.
Im Anschluss begannen die Handwerksgesellen mit dem Zuschneiden der weiteren Brückenbalken.
Am Freitag, den 8.4., erreichten die Arbeiten für die Brückenpfeilerfundamente das stadtseitige Ufer des Festungsgrabens. Auch hier müssen zunächst noch alte hölzerne Brückenpfeilerreste dokumentiert werden und dann können alle neuen Pfeilerfundamente weitergebaut werden.
In der dritten Aprilwoche gingen die Arbeiten an den Fundamente im Festungsgraben zu Ende. Am stadtseitigem Ufer des Grabens ist noch eine Stützmauer für die Uferböschung errichtet worden. An der Straße muß nun noch das Wiederlager, der Punkt an dem die Brücke beginnt errichtet werden.
Tief unter den Fundamenten der Brückenpfeiler und dem Mauerwerk des Festungstores führen nun die neuen Versorgungsleitungen in die Festungsanlage.
Nachdem der Steinmetz die Lagersteine für die Zugbrückenrollen erneuert hatte konnten die originalen Rollen, nun auch wieder voll funktionstüchtig, eingesetzt werden.
Nach dem Rückbau der noch vorhandenen Reste des alten Straßendammes zeigt sich immer deutlicher die ganze Attraktivität des Festungstores. Gleich nach dem Abtragen der seitlichen Dammreste flutete das Wasser des Festungsgrabens den Bereich der Fundamente.
Am 20.4. hat der Bagger auch begonnen die letzten Dammreste abzutragen, seit dem ist der Festungsgraben wieder ein vollständiger Wasserring um die Festungsanlage. Letztmalig war das vor ca. 120 Jahren so!
Ausschnitt einer Karte zur Festung von 1865. Die Karte zeigt die Zugbrückenanlage und den Festungsgraben in seiner ganzen Breite.
Aus den rohen Eichenbalken fertigen die Zimmermannsgesellen nun die Bauteile für die Brückenkonstruktion.
Aus den Balken für die Brückenpfeiler, den Sattelhölzern und sogenannten Kopfbändern werden die jeweiligen Brückenpfeilerkonstruktionen zusammengesetzt.
Das fertige neue Wiederlager der Brücke mit den Balken zur Auflage der Brückenkonstruktion.
Nachdem alle Peilerfundamente und das Wiederlagerfundament am stadtseitigen Grabenufer fertig waren wurde eine Baurüstung für die Montage der Brückenteile aufgestellt. Am 16.5. kam der Kran zum Aufstellen der Brückenpfeiler und der Montage der Längsbalken für die Fahrbahn der Brücke.
Vom Montageplatz konnte der Kran die Brückenteile aufnehmen und bis zur Einbaustelle am Graben vor dem Festungstor schwenken.
Bis zum Nachmittag des 16. Mai 2011 hatten 18 Zimmermannsgesellen und Meister einen interessanten und eindrucksvollen Moment Festungsgeschichte "geschrieben".
Nachdem auf den Brückenbalken eine Schutzpappe gegen Feuchtigkeit aufgebracht wurde konnte mit dem Verlegen des Brückenbelages und dem Aufstellen der Brückengeländer begonnen werden.
Während des Aufstellens der Holzbrücke gingen die Ausbesserungsarbeiten am Mauerwerk des Festungstores weiter. So wurden die Schäden an der Granitsteinwand und die fehlenden Putzstellen ausgebessert.
Auf dem Montageplatz für die Holzbrücke entstehen nun die Teile für die Konstruktion der Klappbrücke am Festungstor.
Am 23.5. begann die Montage der Zugbrückenteile im Festungstor. Die Längsbalken für den Bohlenbelag der Klappbrücke liegen schon über der Öffnung des Brückenkellers und bilden die Verbindung zwischen der feststehenden Holzbrücke und dem Festungsmauerwerk. An den seitlichen Mauern des Brückenkellers, in dem sich das Gegengewicht für den Klappbrückenteil befindet, und sich bewegen wird, liegen schon die ersten Auflagehölzer für die Bohlen des Brückenbelages.
In der Mitte des Brückenbelages erfolgt noch die Montage einer zweiten Holzbohlenschicht um die Fläche zu verstärken. In der Geschichte der Festung war dieser starke Aufbau des Brückenbelages notwendig um das große Gewicht der Festungkanonen und anderer Militärtransporte aufzunehmen.
Während oben auf der Brücke jetzt der Belag entsteht konnten unten an den Pfeilern schon teilweise die zur Montage notwendigen Streben und Hilfshölzer zurückgebaut werden. So wurde schon an einigen Stellen die eigentlichen Brückenkonstrucktion sehr schön sichtbar.
Nachdem die für die Zugbrücke notwendigen Metallteile angeliefert wurden konnte mit der Montage der Brückenklappe begonnen werden.
Die Welle, auf der sich die Brückenklappe bewegt, liegt in Lagerschalen aus Metall die dem Original genau entsprechen. Links und rechts der Brückenklappe stehen auf der Welle zwei Metallstützen die die Ketten der Zugbrücke in Position halten. An der Innenseite der Klappbrücke sind an den Tragbalken Metallgewichte zum Austarieren der Klappbewegung der Zugbrücke angebracht. Nachdem auch die Geländer des Zugbrückenteiles befestigt waren, zunächst nur provisorisch, konnte erstmalig das Klappen der Brücke getestet werden.
Die Brücke klappt!!!
Nach dem Test für die Bewegung der Brückenklappe mußten noch die Zugketten montiert werden und die Verriegelungen zum Sichern der Brücke angebracht werden.
Am 12.6.2011, am Pfingstsonntag erfolgte die feierliche Einweihung der Brücke!
Dank an die "Brückenbaumeister"!
Die Festungsbrücke 1890 Die Festungsbrücke 2011
Bei Fragen bitte an das Museum Festung Dömitz wenden. Fotos aufgenommen von: G. Behnke, H. Maus, A. Ulrich und J. Scharnweber. Fotos und Videos zusammengestellt von J. Scharnweber, Museum Festung Dömitz, Auf der Festung, 19303 Dömitz.
Weitere Informationen zur Brückenrekonstruktion unter: www.zugbruecke-doemitz
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